A 44: Westabschnitt des Lückenschlusses zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost und der Anschlussstelle Heiligenhaus

Mehr Mobilität für den Kreis Mettmann.

Fragen und Antworten

Sie haben Fragen zum Bau des Westabschnitts? Die DEGES hat für Sie die am häufigsten gestellten Fragen beantwortet und hier zusammengestellt.

Was meint Lückenschluss der Autobahn A 44?

Der Autobahnabschnitt der Autobahn A 44 zwischen der Autobahn A 3 (Autobahnkreuz Ratingen-Ost) und der Bundesstraße B 227 in Velbert ist eines der größten Lückenschlussprojekte im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz. Bis heute sind diese Verkehrsknotenpunkte nicht direkt mit einer schnellen und leistungsfähigen Straßenverbindung verknüpft. Die Autobahn A 44 soll ab dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost bis zur Anschlussstelle an der Bundesstraße B 227 in Velbert (AS Hetterscheidt) verlängert werden. Ziel ist es, die Mobilitätslücke zwischen dem Großraum Essen und der Rheinschiene zu schließen.

Wer ist für die Planung und den Bau zuständig?

Der Lückenschluss besteht aus zwei Abschnitten. Der Westabschnitt vom Autobahnkreuz Ratingen-Ost bis zur neuen Anschlussstelle Heiligenhaus in der Ortslage Hofermühle liegt in der Verantwortung der DEGES. Der Ostabschnitt von der Anschlussstelle Heiligenhaus (an der Landesstraße L 156 / Ratinger Straße) bis zur Anschlussstelle in Velbert (AS Hetterscheidt an der Bundesstraße B 227) liegt in der Verantwortung des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW).

Wer trägt die Kosten für die Planung und den Bau des Lückenschlusses?

Die Kosten trägt der Bund, denn die Autobahn A 44 ist eine Bundesautobahn und für deren Finanzierung ist der Bund zuständig.

Warum konnte der Planfeststellungsbeschluss von 2007 bislang nicht vollständig umgesetzt werden?

Gegen den Planfeststellungsbeschluss wurden Klagen beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Die Klagen der Städte Ratingen und Düsseldorf führten zu Planänderungen und damit verbundenen Änderungsverfahren. Aus Sicht der beiden Kläger war der Hochwasserschutz für die Anger im Entwässerungskonzept der Autobahn nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die neu geplante Lösung ist für Starkregen konzipiert, Hochwassergefahr für die Anger besteht durch die Einleitung von Straßenabwässern nicht. Für diese Planänderung ist eine Genehmigung durch die Planfeststellungsbehörde, der Bezirksregierung Düsseldorf, erforderlich. Die DEGES ist zuversichtlich, den Änderungsplanfeststellungsbeschluss im Frühjahr 2018 zu erhalten, so dass die Mobilitätslücke daraufhin komplett geschlossen werden kann.

Wann soll der Westabschnitt nach derzeitigen Planungen fertiggestellt sein?

Das Unternehmen AMAND GmbH & Co. KG aus Ratingen hat den Zuschlag für den Bau der Angerbachtalbrücke erhalten. Der Bau hat im September 2016 begonnen. Die DEGES rechnet mit einer Fertigstellung des gesamten Westabschnitts frühestens im Jahr 2021. Dies setzt voraus, dass der Bau in Kürze nahtlos weiter fortschreiten kann und keine weiteren Verzögerungen durch Klagen auftreten.

Welche Maßnahmen zum Grund- und Trinkwasserschutz hat die DEGES geplant?

Für den Teil der Strecke, der durch ein Trinkwasserschutzgebiet führt, sind Folienabdichtungen unterhalb der Fahrbahn geplant. Sie verhindern, dass Reifenabrieb, Öl und Schmutzwasser in den Boden und somit in das Grundwasser eindringen. Auf den Brückenbauwerken ist ein drei Meter hoher Spritzschutz vorgesehen, der dafür sorgt, dass kein Wasser von der Autobahn in die Natur gelangen kann. Im Bereich des Trinkwasserschutzgebietes wird das Wasser von der Autobahn in Leitungen am Fahrbahnrand gesammelt und in einem Becken am Autobahnkreuz Ratingen-Ost gereinigt. Leitungen und das sogenannte Regenrückhaltebecken sind so geplant, dass sie auch große Wassermengen, zum Beispiel bei Starkregen, sicher aufnehmen können.

Welche Lärmschutzmaßnahmen sind entlang des Westabschnitts geplant? Und an welchen Streckenabschnitten?

Lärmschutzmaßnahmen, zum Beispiel Lärmschutzwände entlang der Strecke, sind im Westabschnitt der DEGES nicht erforderlich und auch nicht geplant. An der Brachter Straße hat die DEGES an vier Häusern aufgrund von aktualisierten Lärmbetrachtungen passiven Lärmschutz vorgesehen. Denn ein Geländehügel auf der für das Becken vorgesehenen Fläche muss abgetragen werden, der bisher natürlichen Schallschutz bietet. Dadurch ändert sich die schalltechnische Beurteilung für die umliegenden Wohngebäude.

Wie werden die durch den Autobahnbau in Anspruch genommenen Flächen kompensiert?

Es sind zahlreiche Kompensationsmaßnahmen geplant. So werden umfangreiche Grünlandflächen angelegt, Bäume, Sträucher, Hecken, Gebüschgruppen und Feldgehölze gepflanzt. Es entstehen Streuobstwiesen und Feuchtmulden, der Homberger Bach wird renaturiert und Straßen und Wege entsiegelt. Gras- und Staudensäume werden entwickelt und Sukzessionsflächen geschaffen.

Wo verlaufen die Baustellenzufahrten beim Bau der Angerbachtalbrücke?

Unvermeidliche Baustellenzufahrten wird es über die Straße Hofermühle, In der Brück, Schneppersdelle, den Füstingweg und Am Rosenbaum geben. Im Wesentlichen werden diese Zufahrten für die Herstellung der Brückenwiderlager und Brückenpfeiler im Angertal benötigt. Der Bau der Widerlager kann zum Beispiel über die Andienung von der L 156 in den künftigen Anschlussstellenbereich erfolgen. Um die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, werden die Baustoffe für den Fahrbahnbau nicht über die Baustellenzufahrten transportiert. Sie werden direkt über die Trasse angeliefert, wenn die Brücke über das Angerbachtal für Baufahrzeuge nutzbar ist.

Wie wird sich die Verkehrsbelastung für Anwohner in den angrenzenden Gemeinden nach Fertigstellung des Ostabschnittes voraussichtlich entwickeln?

Der Verkehr wird vermutlich in Hofermühle und Homberg zunehmen, denn die Personen- und Lastkraftwagen werden von der Autobahn A 44-Abfahrt am Grünen Jäger (Anschlussstelle Heiligenhaus) durch die Hofermühle und durch Homberg fahren. Damit sind die dortigen Anwohner hohen Lärm- und Emissionsbelastungen ausgesetzt. Um diese Belastungen so bald wie möglich zu beenden, braucht es den Bau des Westabschnitts.

Wem nutzt der Lückenschluss?

Der gesamte Kreis Mettmann und seine Anwohner profitieren von dem Lückenschluss. Denn durch den Neubau der Autobahn A 44 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost (A 3) und dem vorhandenen Ausbauende der Autobahn A 44 in Velbert wird eine durchgängige Ost-West-Verbindung durch den Kreis Mettmann neu geschaffen. Damit wird die Verkehrsanbindung nach Düsseldorf verbessert und Fahrzeiten verkürzen sich. Insbesondere die Ortschaften Hofermühle und Homberg werden zukünftig entlastet.

Zu welchem Zeitpunkt wurde die Öffentlichkeit in der Planungsphase beteiligt?

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens sind die Unterlagen in den betroffenen Gemeinden öffentlich ausgelegt worden. Alle Bürgerinnen und Bürger konnten sich selbst ein Bild von den Planungen machen und Einwendungen gegen die Pläne bei der Gemeinde oder direkt bei der Anhörungsbehörde der Bezirksregierung Düsseldorf einreichen. Auf Basis einer umfassenden Abwägung zentraler Belange – zum Beispiel des Natur- und Wasserschutzes, der Anwohnerinnen und Anwohner, der Stadtverwaltung und der Verkehrssicherheit – hat die Planfeststellungsbehörde 2007 den Planfeststellungsbeschluss gefasst, also über die Genehmigung des Bauvorhabens entschieden. Auch bei allen weiteren relevanten Planänderungen wurden die Bürgerinnen und Bürger durch Offenlegung der Pläne einbezogen.