Neubau der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp und Ausbau der Autobahn A 40 auf acht Spuren zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen

Acht Spuren für eine leistungsfähigere Autobahn

Fragen und Antworten

Sie haben Fragen zum Neubau der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp und zum Ausbau der Autobahn A 40 auf acht Spuren zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen? Die DEGES hat für Sie die am häufigsten gestellten Fragen beantwortet und hier zusammengestellt.

Welche Streckenabschnitte sollen im Rahmen des Projekts aus- beziehungsweise neu gebaut werden?

Im Rahmen des von der DEGES betreuten Projekts ist der Ausbau der Autobahn A 40 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen sowie der Ersatzneubau der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp geplant.

Wer ist für die Planung und die Realisierung zuständig?

Die DEGES ist seit Sommer 2014 für die Planung und Realisierung des Neubaus der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp sowie des achtspurigen Ausbaus der Autobahn A 40 zuständig, dem 3,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Autobahnanschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen. Beauftragt wurde sie vom Land Nordrhein-Westfalen.

Die DEGES ist eine Projektmanagementgesellschaft mit Hauptsitz in Berlin, die für die Planung und Realisierung unterschiedlichster Verkehrsinfrastrukturprojekte in Deutschland zuständig ist. Insgesamt zeichnet die DEGES für den Aus- und Neubau von mehr als 2.000 Kilometer Bundesfernstraßen verantwortlich. Hinzu kommen Schienen- und Bundeswasserstraßenprojekte.

Wer trägt die Kosten für die Planung des Autobahnaus- und Brückenersatzneubaus?

Der Bund trägt die Kosten, da die Autobahn A 40 mit der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp eine Bundesautobahn ist.

Was geschieht mit der bestehenden Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp?

Die neue Rheinquerung besteht aus zwei Brückenbauwerken: Für jede Fahrtrichtung wird eine neue Brücke errichtet. Während die erste neue Brücke gebaut wird, läuft der Verkehr weiterhin über das alte Bauwerk. In Verantwortung von Straßen.NRW wird die alte Brücke durch kontinuierliche Sanierungsarbeiten instand gehalten. Nach Fertigstellung der neuen Brücke wird das alte Bauwerk abgerissen und an dieser Stelle dann das zweite neue Brückenbauwerk errichtet.

Warum sind der Autobahnausbau und der Brückenneubau notwendig?

Die Autobahn A 40 ist eine zentrale Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Niederrhein sowie den Niederlanden. Über die Verknüpfung mit den Autobahnen A 3, A 57 und A 59 ist die Strecke an das weitere Fernstraßennetz und den südlichen Bereich der Region Rhein-Ruhr (Köln-Düsseldorf) angeschlossen. Die Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp ist ein verkehrstechnisches Nadelöhr auf dieser vielbefahrenen und wirtschaftlich bedeutsamen Strecke.
Die Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp stammt aus dem Jahr 1970. Sie ist für einen maximalen Verkehr von 30.000 Fahrzeugen pro Tag ausgelegt. Bis heute hat sich der Verkehr jedoch nahezu vervierfacht. Mehr als 100.000 Fahrzeuge überqueren die Brücke täglich, davon 11.000 Lastkraftwagen. Diesem stetig anwachsenden Verkehrsaufkommen hält die Brücke mittlerweile nicht mehr Stand.

 

Der starke Anstieg des Verkehrs, insbesondere des Schwerlastverkehrs, hat zu Schäden an der Stahlkonstruktion geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt weist das Bauwerk erhebliche Schäden an der Fahrbahnplatte und in den Anschlüssen der Schrägstreben am Brückenträger auf. Aus diesem Grund ist die Brücke aktuell nur noch auf zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung befahrbar. Die äußeren Fahrstreifen sind aufgrund zu hoher Belastungen gesperrt. An der Brücke finden permanent Reparaturarbeiten statt. Die DEGES ist für die Planung und Realisierung des Ersatzneubaus der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp zuständig. Straßen.NRW ist für die Instandhaltung des Bestandsbauwerkes zuständig.

Ist eine weniger kostenintensive Sanierung der Brücke anstelle eines kompletten Neubaus möglich?

Bereits heute sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig, damit der Verkehr über die Rheinbrücke fließen kann. Die ursprünglich für 30.000 Fahrzeuge pro Tag gebaute Rheinüberquerung hält den fast viermal höheren Belastungen heutzutage nicht mehr langfristig stand. Ein Neubau der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp ist für die Sicherung des Verkehrsflusses in den kommenden Jahrzehnten alternativlos.

Welche Vorteile bringt ein Neubau der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp den Bürgerinnen und Bürgern?

Die hochfrequentierte Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp im Zuge der Autobahn A 40 ist eine zentrale Verbindungsachse zwischen dem Ruhrgebiet und dem Niederrhein sowie den Niederlanden.

Aufgrund ihres aktuellen Zustands sind derzeit nur zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung befahrbar. Dies führt für alle Verkehrsteilnehmer auf diesem Autobahnteilstück zu spürbaren Verkehrseinschränkungen in Form von Staus und Unfällen.

Der Neubau wird Duisburg für die nächsten 80 bis 100 Jahre eine staufreie und leistungsfähige Rheinquerung sichern und die Anwohner nachhaltig von den genannten Verkehrseinschränkungen entlasten. Die Fahrzeiten zu nahegelegenen Erholungsstätten werden sich verkürzen. Durch die vorzusehenden Lärmschutzmaßnahmen werden sie darüber hinaus auch von Schadstoff- und Lärmimmissionen entlastet.

Besteht aktuell eine reelle Gefahr bei der Brückenüberquerung?

Eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer geht von der Brücke nicht aus. Der Landesbetrieb Straßen.NRW leistet umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, um die sichere Weiterführung des Verkehrs auch in den kommenden Jahren zu gewährleisten.

Sollten zukünftig aufgrund weiterer Schäden reelle Gefahren für die Verkehrsteilnehmer entstehen, müsste das Bauwerk allerdings teilweise gesperrt oder sogar vollgesperrt werden.

Welche Verfahrensschritte sind bereits abgeschlossen worden?

Im September 2014 hat die DEGES eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die die Randbedingungen für die nächsten Planungsstufen erfassen sollte. Sie wurde im März 2015 abgeschlossen. Im Juli 2015 wurde der Auftrag für die Ingenieurleistungen für die weitere Planung vergeben. Die Recherche zu Altlasten und Baugrundverhältnissen wurde final abgeschlossen. Im August 2015 erfolgte die Beauftragung eines Gutachterbüros für die Baugrund- und Altlastenerkundung.

Die anschließende Planungsstufe umfasste die Vorplanung und eine Entwurfsplanung.
Im Zuge der Vorplanung wurden der Verlauf der Autobahn A 40 und die Trassierung der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp festgelegt. Die Brücke und die Strecke wurden im Detail geplant. Zusätzlich wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die Lärmschutzmaßnahmen wurden konkret festgelegt und die Planfeststellungsunterlagen wurden erstellt.

Am 1. Dezember 2017 hat die DEGES den Antrag auf Planfeststellung an die Bezirksregierung Düsseldorf übergeben. Damit wurde das Genehmigungsverfahren, das von der Bezirksregierung durchgeführt wird, eingeleitet.

Welche Verfahrensschritte sind als nächstes vorgesehen?

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens werden zunächst die Unterlagen geprüft. Im Anschluss werden die Planfeststellungsunterlagen für vier Wochen öffentlich ausgelegt. Bürger, Verbände und Träger öffentlicher Belange haben dann die Möglichkeit, Stellung zum Projekt zu nehmen. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Planfeststellungsunterlagen besteht die Möglichkeit die Unterlagen vom 28.02.2018 bis zum 27.03.2018 einzusehen und Einwendungen vorzubringen.

Die Auslageorte sowie die jeweiligen Öffnungszeiten können Sie hier einsehen.

Die gesammelten Stellungnahmen und Einwendungen werden von der Bezirksregierung an die DEGES übermittelt. Diese fertigt eine Synopse an. Einwender und Träger öffentlicher Belange haben in einem Erörterungstermin, zu dem die Genehmigungsbehörde einlädt, Gelegenheit, ihre Anliegen mit der DEGES zu diskutieren.

Auf Grundlage der Stellungnahmen und Einwendungen, der Synopse, und den Ergebnissen des Erörterungstermins entscheidet die Bezirksregierung, ob das Projekt in der eingereichten Form planfestgestellt werden kann. Sie erlässt einen Planfeststellungsbeschluss, der nochmals für die Dauer von zwei Wochen öffentlich ausgelegt wird. Innerhalb dieser zwei Wochen und der folgenden zwei Wochen besteht eine Klagemöglichkeit.

Sobald die Planfeststellung rechtskräftig ist, schreibt die DEGES die Umsetzung der Baumaßnahme nach einem geregelten Verfahren öffentlich aus.

Wann ist voraussichtlich mit dem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen?

Das Bauvorhaben ist zurzeit im Planfeststellungsverfahren. Derzeit geht die DEGES davon aus, dass das Genehmigungsverfahren 2019 abgeschlossen sein wird. Die Bauarbeiten könnten dann im Jahr 2020 starten. Die Fertigstellung der erste Brückenhälfte soll bis 2023 erfolgen. Die Fertigstellung des kompletten Neubaus ist für 2026 vorgesehen.

Wann ist die Fertigstellung geplant?

Das erste Brückenbauwerk soll bis zum Jahr 2023 fertiggestellt werden. Der komplette Ersatzneubau soll 2026 fertig gestellt sein.