Ersatzneubau der Schwelmetalbrücke an der Autobahn A 1 in Höhe der Anschlussstelle Wuppertal-Langerfeld

Innovative Planungsmethoden für effizientes Bauen

Das Projekt im Detail

Die Schwelmetalbrücke an der Autobahn A 1 in Höhe der Anschlussstelle Wuppertal-Langerfeld überspannt mehrere elektrifizierte Bahngleise, öffentliche Straßen und ein Gewässer. Bis zu 100.000 Fahrzeuge befahren die Brücke täglich. Die im Jahr 1969 errichteten, beiden inneren Teilbauwerke der Brücke sind aufgrund der jahrzehntelangen Belastung und der starken Beanspruchung insbesondere durch den erhöhten Schwerlastverkehr nicht mehr ausreichend tragfähig. Sie erfüllen die heutigen Anforderungen an die Standsicherheit nicht mehr. Aus diesem Grund wurde die Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert. Der Schwerlastverkehr über 44 Tonnen wird bereits seit einigen Jahren nur noch über die äußeren Brückenteile geleitet.

Um die Standsicherheit der Brücke für den Autobahnverkehr langfristig zu sichern, ist ein Ersatzneubau der inneren Teilbauwerke dringend erforderlich. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der gesamten Schwelmetalbrücke an das heutige Verkehrsaufkommen angepasst.

Wo wird gebaut?

Standortkarte
Die Schwelmetalbrücke liegt an der Autobahn A 1 an der Anschlussstelle Wuppertal-Langerfeld

Was wird gebaut?

Die DEGES plant und koordiniert im Auftrag des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen den Neubau von zwei Teilbauwerken der Schwelmetalbrücke, welche die bisherigen Brückenteile der ursprünglichen Schwelmetalbrücke aus den 1960er Jahren ersetzen sollen. Der Teilabriss der alten inneren Brückenbauwerke und ihr Neubau sollen Stück für Stück erfolgen. Ersetzt werden die Überbauten und die Pfeiler, welche als Pendelstützen ausgebildet wurden. Diese Bauweise wurde damals favorisiert, entspricht aber nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine unterhaltungsarme und robuste Konstruktion. Die Bauarbeiten werden so durchgeführt, dass im Zuge der Autobahn A 1 weitestgehend sechs Fahrstreifen befahrbar bleiben.

Warum wird gebaut?

Die Schwelmetalbrücke wurde 1969 errichtet. Das ursprüngliche Bauwerk besteht aus zwei Brückenteilen mit je zwei Fahrspuren pro Richtung. 2006 wurde die Brücke auf beiden Seiten zur Aufnahme von Ein- und Ausfädelspuren auf eigenen, separaten Brückenteilen verbreitert. Auf dem nördlichen Brückenteil wurde zudem eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand errichtet. Nachrechnungen zeigen, dass die beiden inneren Teilbauwerke der Brücke die aktuellen Anforderungen an die Standsicherheit nicht mehr erfüllen. Ihre maximale Nutzungsdauer ist erreicht. Ein Neubau ist dringend notwendig, um die Mobilität und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten

Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt?

Die detaillierte Planung des Ersatzneubaus ist abgeschlossen. Nach europaweiter Veröffentlichung der Baumaßnahme erfolgte im Juli 2018 die Auftragserteilung an das Bauunternehmen. Derzeit erfolgen die organisatorischen Vorbereitungen für die Umsetzung der Baumaßnahme.

Die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn AG zu den Sperrpausen wurden geführt und die Zustimmungen der zu beteiligenden Behörden und Ämter zum Bauvorhaben beantragt. Vereinbarungen zum Natur- und Gewässerschutz, zur Wasserableitung und zum Grunderwerb wurden geschlossen.

Wie wird der Bau finanziert?

Die Kosten für den Ersatzneubau der Schwelmetalbrücke trägt der Bund. Der Bund ist grundsätzlich für die Finanzierung von Bundesautobahnen und deren Brücken zuständig.

Wie wird das Bauvorhaben umgesetzt?

Abriss und Ersatzneubau der Brücke müssen „von innen heraus“ erfolgen. Nur so können die Verkehre auf der Autobahn A 1 und auf den unterhalb der Brücke befindlichen Gleisanlagen der DB AG aufrechterhalten werden. Das obenliegende Baufeld auf der Autobahn A 1 wird als Inselbaustelle eingerichtet.

Die im Jahr 1969 erbauten inneren Brückenbauwerke werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die im Jahr 2006 ergänzten, äußeren Brückenbauwerke bleiben stehen. Über sie wird auch während der Bauphase unverändert der durchgehende Schwerlastverkehr der Autobahn A 1 sowie die Ein- und Ausfädelstreifen im Bereich der AS Wuppertal- Langerfeld geführt. Der PKW-Verkehr wird mit je zwei Fahrstreifen pro Richtung zunächst über eines der inneren Brückenteilbauwerke geführt, während das andere innere Teilbauwerk abgebrochen und neugebaut wird. Bereits vor Abbruch der inneren Brückenbauwerke wird die Stahlkonstruktion der neuen Brücken errichtet. Die neue Stahlkonstruktion wird mit den alten Bauwerken verbunden und für das Herablassen der demontierten alten Brückenteile verwendet. Abriss und Neubau der Brücke erfolgen also sowohl von oben als auch von unten.

Nach aktuellem Stand kann mit dem Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen im Herbst 2018 gerechnet werden. Der Beginn der Abrissarbeiten und der Neubau sollen ab Mitte 2019 erfolgen. Die DEGES rechnet mit einer Bauzeit von circa vier Jahren.

Welche Vorteile bringt der Ersatzneubau der Schwelmetalbrücke?

Die Leistungsfähigkeit der Brücke Schwelmetal wird an das heutige Verkehrsaufkommen angepasst.

  • Durch den Ersatzneubau werden die Standfestigkeit und die Benutzbarkeit der gesamten Brücke gesichert.
  • Statik und Konstruktion der neuen Brückenteile werden dem Verkehrsaufkommen langfristig gewachsen sein.
  • Die bestehenden Verkehrsbeschränkungen werden aufgehoben.
  • Der Verkehrsfluss wird verbessert.

Die DEGES wendet im Rahmen eines Pilotprojekts die innovative Planungsmethode BIM (Building Information Modeling) an, um Planungs- und Bauabläufe zukünftig weiter zu verbessern. Durch die Abbildung aller Fachbereiche und Spezialgebiete im virtuellen Modell lassen sich Bestand und Neuplanung besonders anschaulich darstellen. Die ergänzenden Informationen, wie beispielsweise Baugrund, Grundwasserstand, Leitungen, Tiefgründungen, Verbauten, Verankerungen oder technische Anlagen, ermöglichen es den Planern, etwaige Konflikte eindeutig und frühzeitig zu erkennen. Insbesondere bei hochkomplexen Bauvorhaben im Bestand beweist sich diese zukunftsweisende Planungsmethode als besonders effektiv.