Ersatzneubau der Brücke Hengstey an der Autobahn A 1 zwischen Wuppertal und Hagen

Arbeiten im Takt der Deutschen Bahn

Das Projekt im Detail

Die Brücke Hengstey an der Autobahn A 1 zwischen den Anschlussstellen Hagen-West und Hagen-Nord überspannt mit einer Gesamtlänge von 88 Metern insgesamt acht Bahngleise und zwei Gemeindestraßen. Die Bestandsbrücke wurde 1960 mit je zwei Fahrstreifen pro Richtung errichtet. 1985 wurde sie um einen weiteren Fahr- und einen Standstreifen je Richtung erweitert. Bis zu 100.000 Fahrzeuge befahren die Brücke täglich. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung und der starken Abnutzung, insbesondere durch den Schwerlastverkehr, erfüllt die Brücke Hengstey die Anforderungen an die Standsicherheit nicht mehr. Der Schwerlastverkehr darf aktuell nur über die 1985 ergänzten äußeren Teilbauwerke geführt werden, um die Belastung der innenliegenden Bestandsbrücke aus dem Jahr 1960 zu reduzieren. Auf der Brücke wurde durch die zuständige Verkehrsbehörde des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ein Überholverbot für Lkw eingerichtet.
Ein Ersatzneubau ist dringend erforderlich, um die Standsicherheit der Brücke für den Autobahnverkehr langfristig zu sichern. Für den Abriss und Neubau der Brücke Hengstey muss die DEGES sowohl die Belange der Verkehrsteilnehmer im Straßennetz, als auch die Anforderungen des Schienenverkehrs unterhalb der Brücke berücksichtigen.

Wo wird gebaut?

Standortkarte
Die Brücke Hengstey liegt an der Autobahn A 1 zwischen der Anschlussstelle Hagen-West und Hagen-Nord

Was wird gebaut?

Die DEGES plant und realisiert im Auftrag des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen den Bau einer neuen Brücke als Ersatz für die bisherige Brücke Hengstey auf der Autobahn A 1 zwischen den Anschlussstellen Hagen-West und Hagen-Nord. Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich Mitte des Jahres 2018 beginnen. Die DEGES rechnet mit einer Fertigstellung des Ersatzneubaus bis 2022.

Warum wird gebaut?

Bei den Brückenteilen aus den 1960er Jahren wurden im Jahr 2011 bei Bauwerksuntersuchungen Defizite in der Tragfähigkeit der Brückenüberbauten festgestellt. Zur Sicherstellung der Betriebssicherheit wurden jährliche Bauwerkssonderprüfungen angeordnet. Um die Belastung der innenliegenden Brückenteile zu verringern, wird der Schwerlastverkehr zurzeit ausschließlich über die äußeren Spuren geführt, die in den 1980er Jahren ergänzt wurden. Die Widerlager und Pfeiler sind weiterhin uneingeschränkt tragfähig und bleiben erhalten. Dadurch kann der Aufwand für die Baumaßnahme erheblich reduziert werden. Dies spart Kosten, Bauzeit und minimiert die Lärm- und Schmutzentwicklungen in der Abbruchphase.

Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt?

Der Bauauftrag wurde Ende Dezember 2017 nach europaweiter Ausschreibung erteilt. Derzeit erfolgen die erforderlichen Arbeitsvorbereitungen. Parallel wird die Ausführungsplanung erstellt.

Vor Ort wurden die erforderlichen Baumfällungen zur Baufeldfreimachung durchgeführt.

Die Abstimmungen mit der DB AG erfolgten bereits planungsbegleitend. Die Sperrpausenanmeldungen für die Jahre 2018 und 2019 wurden durch DEGES durchgeführt. Erste Abstimmungen mit der DB AG zu den konkreten Bautätigkeiten über und neben dem Gleisbereich sind erfolgt.

Wie wird der Bau finanziert?

Die Kosten für den Ersatzneubau der Brücke Hengstey an der Autobahn A 1 trägt der Bund. Der Bund ist als Eigentümer grundsätzlich für die Finanzierung von Bundesautobahnen und deren Brücken zuständig.

Wie wird das Bauvorhaben umgesetzt?

Der Abbruch der Überbauten erfolgt geteilt in Längsrichtung. Es entstehen dadurch vier Rückbauphasen: Zuerst wird der innenliegende Überbau in Fahrtrichtung Bremen zurück- und neugebaut. Danach wird der Lkw-Verkehr vom äußeren auf den inneren neugebauten Brückenüberbau verlegt. Anschließend erfolgt der Ersatz des äußeren Teilbauwerkes der Fahrtrichtung Bremen. Dann werden die beiden neuen Überbauten der Fahrtrichtung Bremen fest miteinander verbunden, so dass sie ein Bauwerk ergeben.

Der Ersatzneubau der Fahrtrichtung Köln erfolgt in gleicher Weise. Durch die abschnittsweise Herstellung ergibt sich zwar eine längere Bauzeit, jedoch besteht damit die Möglichkeit, durchgehend sechs Fahrstreifen für den Verkehr aufrecht zu erhalten. Dies war eine prioritäre Forderung der Verkehrsbehörden, um den prognostizierten Stauerscheinungen entgegen zu wirken. Auch aus sicherheitstechnischen Aspekten wird die sechsstreifige Verkehrsführung favorisiert, da sich dadurch die Zugänglichkeit für Rettungskräfte erheblich verbessert.

Für den Abbruch und den Neubau müssen die unterhalb der Brücke verlaufenden Gleise in mehreren kurzen Nachtsperrpausen gesperrt werden. Durch die Anordnung eines dauerhaft angeordneten Schutzgerüstes kann die Anzahl der erforderlichen Sperrpausen erheblich reduziert werden. Da unter der Brücke einige Hauptstrecken der Bahn verlaufen, sind Sperrpausen nur in den weniger befahrenen Nachtzeiträumen genehmigungsfähig. Pro Sperrpause stehen maximal sechs Stunden zur Verfügung. Da es sich um Bahnstrecken mit übergeordneter Bedeutung handelt, müssen die Sperrpausen mit einem Vorlauf von drei Jahren bei der Deutschen Bahn AG angemeldet werden.

Welche Vorteile bringt der Ersatzneubau der Brücke Hengstey?

Die Standsicherheit und uneingeschränkte Benutzbarkeit der Brücke Hengstey werden langfristig gesichert.

  • Statik und Konstruktion der neuen Brücke werden dem Verkehrsaufkommen gewachsen sein.
  • Die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung und das Überholverbot für Lkw können aufgehoben werden.
  • Der Verkehrsfluss wird verbessert.