Ersatzneubau der Talbrücke Volmarstein an der Autobahn A 1 östlich der Anschlussstelle Volmarstein

Leistungsfähige Infrastruktur für die heutigen Anforderungen

Das Projekt im Detail

Die Autobahn A 1 stellt eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in Nordrhein-Westfalen dar. Sie verbindet die Standorte des Ruhrgebiets untereinander und ist damit sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner der Region als auch für die ansässige Wirtschaft von großer verkehrlicher Bedeutung. Die Brücken im Zuge der Autobahn A 1 stehen dabei unter besonderer Belastung. So wird die im Jahr 1959 erbaute Talbrücke Volmarstein von rund 100.000 Fahrzeugen pro Tag genutzt. Eine Bauwerksnachrechnung ergab, dass die Brücke erheblich geschädigt ist und neu erbaut werden muss, um die Sicherheit und Mobilität der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Wo wird gebaut?

Standortkarte
Die Brücke Volmarstein befindet sich im Zuge der Autobahn A 1 östlich der Anschlussstelle Volmarstein

Was wird gebaut?

Die DEGES plant und realisiert im Auftrag des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen den Bau der neuen Talbrücke Volmarstein. Diese ersetzt die bisherige Brücke an der Autobahn A 1 östlich der Anschlussstelle Volmarstein. Geplant ist ein Bauwerk mit einem Spannbeton-Überbau und komplett neuen Unterbauten. Die neuen Pfeiler und Widerlager werden zwischen den bestehenden Unterbauten angeordnet, so dass die Brückenlänge von bisher 315 auf 285 Meter verkürzt werden kann. Für jede Fahrtrichtung werden drei Fahrspuren sowie ein Standstreifen errichtet. Die neue Brücke wird mit 31 Metern etwas breiter sein als bisher.

Warum wird gebaut?

Die heutige Talbrücke Volmarstein wurde im Jahr 1959 erbaut. Das 315 Meter lange Bauwerk wurde errichtet, da die Autobahn A 1 hier in einem Landschaftsschutzgebiet verläuft. Die Brücke war ursprünglich für vier Fahrspuren ausgelegt. Im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der Autobahn A 1 wurden die Standstreifen in beide Fahrtrichtungen für den fließenden Verkehr frei gegeben. Seitdem rollt insbesondere der Schwerverkehr nicht nur auf dem dafür vorgesehenen Teil des Bauwerks, sondern ebenfalls über die Kragarme, also über die Brückenränder, die nicht von einem Pfeiler getragen werden. Aufgrund des fehlenden Standstreifens ist die Höchstgeschwindigkeit im Brückenbereich auf 130 km/h begrenzt. Derzeit wird die Autobahn A 1 an dieser Stelle von rund 100.000 Fahrzeugen pro Tag genutzt. Eine Bauwerksprüfung im Dezember 2011 und spätere Nachrechnungen ergaben, dass die Brücke erheblich geschädigt ist und schnellstmöglich neu gebaut werden muss.

Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt?

Die ersten Vermessungen und die Baugrunderkundungen erfolgten durch Straßen.NRW. Nach der Übernahme des Projektes durch die DEGES wurden weitere Untersuchungen durchgeführt und der Ersatzneubau wurde im Detail geplant.

Im Jahr 2017 wurde der Bauauftrag erteilt und es begannen die bauvorbereitenden Maßnahmen. Das Baufeld wurde beräumt, das Streckenfernmeldekabel wurde verlegt und die Zufahrten für die Baufahrzeuge wurden eingerichtet. Die Mittelstreifenüberfahrten für die Verkehrsverschwenkungen wurden ertüchtigt. Damit wurden die baulichen Voraussetzungen für die Einrichtung der Verkehrsführung während der Bauarbeiten geschaffen. Die Stauwarnanlage wurde im November 2017 installiert.

Im November 2017 wurde zunächst die Baustellen- Verkehrsführung in Fahrtrichtung Köln eingerichtet, im Januar 2018 dann in Fahrtrichtung Bremen. Pro Fahrtrichtung ist damit eine Spur weggefallen und es stehen dauerhaft zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung zur Verfügung. Darüber hinaus ist die Auffahrt Volmarstein auf die Autobahn A 1 in Fahrtrichtung Bremen aus Gründen der Verkehrssicherheit gesperrt. Die Sperrung war zunächst für die Dauer der gesamten Bauzeit vorgesehen.

Die Ingenieure der DEGES und die beauftragten Firmen prüfen laufend die Möglichkeiten zur Optimierung der Arbeiten und der Verkehrsführung im Rahmen des Ersatzneubaus der Talbrücke Volmarstein. Als Ergebnis dieser Prüfung ist es nach aktuellem Planungsstand möglich, bereits ab Anfang 2020 bis zu sechs Fahrspuren zur Verfügung zu stellen – ein knappes Jahr vor dem Ende der Gesamtbauzeit. Die zuständigen Behörden und Vertreter des Bereichs Verkehrssicherheit haben in Abstimmungsgesprächen im September 2018 die Umsetzung dieser Möglichkeit im Grundsatz bestätigt. Zudem prüft die DEGES, ob auch die gesperrte Auffahrt Volmarstein in Fahrtrichtung Bremen vor dem Abschluss der Arbeiten freigegeben werden kann.

Wie wird der Bau finanziert?

Die Kosten trägt der Bund. Er ist grundsätzlich für die Finanzierung von Bundesfernstraßen zuständig.

Wie wird das Bauvorhaben umgesetzt?

Im Herbst 2018 beginnt der Abriss der Richtungsfahrbahn in Fahrtrichtung Bremen. Zu diesem Zeitpunkt stehen je zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung auf dem alten Überbau zur Verfügung. Die Arbeiten am ersten Brückenteil sollen voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen sein. Dann beginnt der Abbruch und Neubau des Brückenbauwerkes in Fahrtrichtung Köln. Der Verkehr wird in dieser Phase über das erste neue Brückenbauwerk geführt.

Die DEGES rechnet mit der Fertigstellung des Ersatzneubaus im Jahr 2020.

Welche Vorteile bringt der Ersatzneubau der Talbrücke Volmarstein?

Die Talbrücke Volmarstein wird an die heutigen verkehrlichen Anforderungen angepasst:

  • Die zusätzlichen Standstreifen auf der neuen Brücken entsprechen den heutigen Vorgaben für Verkehrssicherheit und bieten Platz für das Anhalten bei Pannen oder im Notfall, für das Ausweichen sowie für das schnelle Vorankommen von Rettungsdiensten.
  • Die bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote können aufgehoben werden.
  • Durch den Ersatzneubau werden die Standfestigkeit und die Benutzbarkeit der Brücke gesichert.
  • Statik und Konstruktion der neuen Brücke werden dem Verkehrsaufkommen langfristig gewachsen sein.
  • Der Verkehr kann zukünftig besser und sicherer fließen.