Ersatzneubau der Talbrücke Volmarstein an der Autobahn A 1 östlich der Anschlussstelle Volmarstein

Leistungsfähige Infrastruktur für die heutigen Anforderungen

Fragen und Antworten

Sie haben Fragen zum Ersatzneubau der Brücke Volmarstein an der Autobahn A 1 östlich der Anschlussstelle Volmarstein? Die DEGES hat für Sie die am häufigsten gestellten Fragen beantwortet und hier zusammengestellt.

Wer ist für die Planung und Realisierung zuständig?

Die DEGES plant und realisiert den Ersatzneubau im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen.

Was verändert sich durch den Neubau der Talbrücke Volmarstein?

Auf der neuen Brücke wird es drei Fahrspuren pro Fahrtrichtung geben. Zusätzlich wird ein Standstreifen je Fahrtrichtung ergänzt. Dadurch wird die neue Brücke etwas breiter werden als das heutige Bauwerk, nämlich 31 Meter statt 29 Meter. Die neuen Stützpfeiler werden zukünftig zwischen den bestehenden Pfeilern angeordnet. Dadurch verkürzt sich die Gesamtlänge der Brücke von heute 315 Meter auf zukünftig 285 Meter.

Warum wurde die Auffahrt Volmarstein gesperrt?

Am 30. Januar 2018 wurde die Auffahrt Volmarstein zur Autobahn A 1 in Fahrtrichtung Bremen aus Sicherheitsgründen gesperrt. Untersuchungen zeigen deutlich, dass das Unfallrisiko im Annährungsbereich an eine Baustelle bis zu sechsmal höher ist als auf der freien Strecke. Der Anteil der Lkw-Unfälle nimmt im Annährungsbereich sogar um bis zu zehn Prozent zu. Das Unfallrisiko steigt weiter an, wenn – wie in Volmarstein – im Baustellenbereich die Fahrspuren über den Mittelstreifen auf die Gegenfahrbahn geleitet werden.

Kann die geänderte Verkehrsführung nicht weiter vorne oder weiter hinten beginnen?

Um Auffahrunfälle zu vermeiden, müssen die Verkehrsteilnehmer genügend Zeit haben ihre Geschwindigkeit zu verringern, um sich im Bereich der Fahrstreifenreduzierung sicher einfädeln zu können. Die Reduzierung von drei auf zwei Fahrstreifen erfolgt daher 500 Meter vor der Baustelle und damit kurz vor der Auffahrt Volmarstein. Die Überleitung der Fahrstreifen auf die Gegenfahrbahn beginnt genau auf Höhe der Auffahrt.

Bleibt die Auffahrt Volmarstein für die gesamte Bauzeit gesperrt?

Die Sperrung war zunächst für die Dauer der gesamten Bauzeit vorgesehen. Sobald der erste Brückenteil neu errichtet ist, stehen nach aktuellem Planungsstand bereits sechs Fahrstreifen zur Verfügung. Aktuell prüft die DEGES, ob auch die gesperrte Auffahrt Volmarstein in Fahrtrichtung Bremen vor dem Abschluss der Arbeiten freigegeben werden kann.

Wie wird der Verkehr während der Sperrung der Auffahrt Volmarstein umgeleitet?

Die Umleitung für den Verkehr erfolgt über das Kreuz Wuppertal-Nord. Sie ist mit einem roten Punkt ausgewiesen.

Wie lang ist die Umleitungsstrecke?

Die Umleitungsstrecke über das Kreuz Wuppertal-Nord beträgt etwa 22 Kilometer. Die Benutzung der nächstgelegenen Anschlussstelle Gevelsberg in ca. acht Kilometern Entfernung ist für Lkw zwar möglich, das Überfahren der Brücke über die A1 ist wegen Tragfähigkeitsbeschränkungen jedoch nicht erlaubt. Die Anschlussstelle wird derzeit erneuert. Sobald die Brückenbauarbeiten an der Anschlussstelle Gevelsberg beendet sein werden, kann diese wieder vollständig genutzt werden.

Besteht aktuell eine reelle Gefahr bei der Brückenquerung?

Eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer geht von der Brücke nicht aus.

Warum gab es kein Planfeststellungsverfahren für den Ersatzneubau?

Die Talbrücke Volmarstein wird mit nur wenigen Änderungen gegenüber dem Bestand errichtet. Die Belange von Behörden sowie von Anwohnerinnen und Anwohnern werden daher nicht oder nur unwesentlich berührt. Aus rechtlicher Sicht handelt es sich bei dem Ersatzneubau um eine „Planung von unwesentlicher Bedeutung“. Für diese muss kein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Eine entsprechende Bestätigung der Planfeststellungsbehörde, den sogenannten „Negativattest“, hat die DEGES bei der zuständigen Bezirksregierung eingeholt. Damit entfällt die Pflicht zur Planfeststellung und Plangenehmigung.

Wie und wann wurde der Bau dann genehmigt?

Die DEGES holt die erforderlichen Einzelgenehmigungen für den Bau der Brücke bei den für Einzelfragen zuständigen Behörden ein. Durch dieses Verfahren konnte der Planungszeitraum für die neue Brücke verkürzt werden und die Umsetzung konnte schneller beginnen. Das Baurecht für die Talbrücke Volmarstein liegt seit dem 23.08.2017 vor.

Es wurden Bäume und Sträucher im Bereich der Baustelle entfernt. Werden diese ersetzt?

Im Zuge des Ersatzneubaus lassen sich Fäll- und Rodungsmaßnahmen nicht vermeiden. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden neue Bäume und Sträucher angepflanzt.

Welche Maßnahmen zum Schutz von Tieren werden umgesetzt?

Die Brücke wurde von einigen Fledermäusen als Aufenthaltsquartier im Sommer genutzt, diente jedoch nicht als Brut- oder Winterschlafplatz. Um zu verhindern, dass sich Fledermäuse vor dem Abriss erneut im Bauwerk niederlassen, wurden mögliche Zugänge schon im Jahr 2017 verschlossen. Vor Beginn der Abrissarbeiten wird das Bauwerk dennoch erneut auf Fledermausvorkommen untersucht. Die Flugrouten von Fledermäusen unterhalb der Brücke werden auch während der Bauarbeiten freigehalten.

Welche Maßnahmen werden zum Schutz der Umwelt umgesetzt?

Die Brücke befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet sowie in der Nähe eines Wasserschutzgebietes.

Der Baubereich wird in Richtung Hang mit Sockelzäunen abgegrenzt, damit kein Material der Baustelle in das Schutzgebiet rutscht.

Die Entwässerung des neuen Brückenbauwerkes erfolgt, genau wie beim ursprünglichen Bauwerk, über die Streckenentwässerung in ein Regenrückhaltebecken. Da dieses Becken nicht mehr den geltenden Vorschriften entspricht, erfolgt durch DEGES der umfangreiche Umbau dieses Beckens in ein Retentionsfilterbecken. Das ankommende Straßenwasser kann dadurch gründlicher gereinigt werden. Der Umbau wird parallel zum Bau der Talbrücke Volmarstein erfolgen, so dass das neue Becken mit Inbetriebnahme der neuen Talbrücke Volmarstein funktionsfähig ist.